Promotionskolleg: Psychosoziale Folgen von Migration und Flucht

Struktur des Promotionskollegs – Forschungsziele und Ausrichtungen

Die Bewältigung der Folgen von Migration und Flucht gehört national wie international zu den zentralen und drängenden Herausforderungen gegenwärtiger Gesellschaften, zu denen auch die Forschung einen unverzichtbaren Beitrag leistet. In dem Promotionskolleg – in dem die vier (Teil-)Disziplinen Soziologie/Sozialpsychologie, Erziehungswissenschaft/Bildungsforschung,  Psychologie/Kinder- und Jugendlichenanalyse, Medizin/Psychosomatik integriert werden –  sollen Fragen bearbeitet werden, die im Rahmen bisheriger Studien teils zu wenig, teils wenig systematisch in den Blick genommen wurden, insbesondere nicht in der hier konzipierten spezifischen Ausrichtung und transdisziplinären Anlage.

Ankündigungen

 

 

Dabei begründet sich die Besonderheit dieses Designs

  1. in der systematischen Berücksichtigung der psychosozialen und psychischen Aspekte der mit Migration oder Flucht verbundenen Belastungen und Chancen sowie, damit zusammenhängend,
  2. in der Fokussierung der trans- oder intergenerationalen Dynamiken, aus der heraus die Situation der adoleszenten Nachkommen von Migrant*innen erst differenziert analysiert werden kann – und zwar
    • mit Blick auf generationale Dimensionen psychischer Entwicklungen, adoleszenter Identitätsentwürfe und kultureller Positionierung junger Männer und Frauen in der Einwanderungsgesellschaft (Prof. Dr. Vera King)
    • mit Blick auf generationale Dimensionen von Bildungsverläufen und -prozessen der adoleszenten Töchter und Söhne aus Migrantenfamilien (Prof. Dr. Hans- Christoph Koller)
    • mit Blick auf generationale Dimensionen der adoleszenten Verarbeitung von Fluchterfahrungen und möglichen Traumata – unter Einbezug pädagogischer oder schulischer Settings (Prof. Dr. Patrick Meurs)
    • mit Blick auf generationale Dimensionen der Entstehung und Behandlung psychischer Belastungen, Erkrankungen oder psychosomatischer Störungen unter besonderer Berücksichtigung der Adoleszenz (Prof. Dr. Heinz Weiß)
  3. in einem insofern auch hinsichtlich der generationalen Dynamiken theoretisch wie methodologisch differenzierten Konzept adoleszenter Prozesse und Verläufe
  4. in der Berücksichtigung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Migration und Flucht
  5. in der zumeist vernachlässigten Differenzierung zwischen migrations- oder fluchttypischen Herausforderungen und Belastungen einerseits und kulturbezogenen Aspekten andererseits
  6. in der transdisziplinären Verknüpfung der Perspektiven – insofern hier psychosoziale und psychische Entwicklungen, Bildung und Sozialisation adoleszenter junger Männer und Frauen sowie klinisch bedeutsame Entwicklungsprobleme und generationale Dynamiken aus sozialpsychologischer, bildungswissenschaftlicher, kinder- und jugendanalytischer sowie medizinisch-psychoanalytischer/psychosomatischer Sicht analysiert werden sollen.